Noch•Mehr Aus•Zeit

Tag 21.

3 Wochen sind wir jetzt unterwegs. Der Arbeitstag wird unterbrochen…

  “Gentle Yoga with Claire”.

Claire ist 82 Jahre alt und unterrichtet 4 Yogastunden pro Woche in Borrego Springs.
“In diesem Alter muss man weitermachen, sonst hört man auf.”
Wenn ich Bildungsminister wäre, würde ich ein Pflichtfach einführen für alle 20-40 Jährigen. Darin geht es um das Einüben von guten Alltagsroutinen.

Warum nicht schon früher?
Ich erleben junge Menschen oft schon so unter Druck, gelähmt von der Angst dass ihre Entscheidungen (und ihre Noten) ihr ganzes Leben beeinflussen – ein bisschen weniger Mathe und ein bisschen mehr mit Freude schauen, was sie denn interessiert.
Und das könnte auch ein bisschen mehr Mathe sein.

Mathe hab ich schon gelernt. Ich mach mal bei meinen Alltagsroutinen weiter.

Tag 20.

Little J und ich gehen in den Balboa Park in San Diego und finden eine Zeltstadt, in der Obdachlose leben.

“Warum haben diese Menschen keine Wohnung?”

Kurz denke ich an die Komplexität dieser Welt, Immobilienmärkte, psychische Erkrankungen, Bildungsnotstände,…

Doch die einfache Antwort ist: Wir könnten ihnen Wohnungen geben, doch wir tun es nicht.

Was kann ich heute tun? Mein kleines Fähnlein in den Wind stellen.

Doch zuerst muss ich das Auto putzen… 2.5 Stunden im Auto über kurvige Bergstraßen haben einem 4 jährigen Magen nicht gut getan.

Tag 19.

Wir fliegen aus (fahren) nach San Diego und besuchen den Safari Park: Der Gründer hatte 1930 die Idee dafür. In den 30er Jahren vor fast 100 Jahren machten sie sich schon Gedanken über den Fortbestand von Tierarten.

In 100 Jahren hat sich nix getan. Stimmt so nicht ganz. Ein bisschen hat sich verbessert, viel mehr hat sich verschlechtert.
Und doch kommt jedes Jahr ein neues iPhone raus.

Sad Fact. Jeden Tag werden 5 Nashörner ihrer Hörner wegen getötet. Ein Gramm gemahlenes Nashorn-Horn bringt am Schwarzmarkt 90.000$.
Ich bin versucht meine Fingernägel zu sammeln, zu mahlen und mal zu schauen, was am Schwarzmarkt passiert. 

Tag 18.

Aus•Zeit von der Aus•Zeit.

Tag 17.

Ich arbeite weiter an meiner Spieltournee und telefoniere mit Veranstaltern in Österreich. Den Jetlag hab ich in der Zwischenzeit überwunden, d.h. meine Anrufe um 7:30 (16:30 in Österreich), fühlen sich an, wie Anrufe um 7:30…

Einige Dinge tu ich gern um 7:30. Telefonieren nicht.

Tag 16.

Kaltbaden Slow-Mo. Mit Speedo.

Es ist Zeit für eine neue Badehose. Auf meiner steht nur mehr *p**do.Wenn alle Buchstaben weg sind, kauf ich eine neue. Oder wenn die Nähte platzen. Das eine oder andere wird früher oder später passieren.

wieder•mal aus•zeit

Tag 15.

Ich beziehe mein Büro in der Bücherei von Borrego Springs. Vor einem Jahr haben sie hier eine saugeile Library hingestellt. Wenn sie Kaffee hätten, wär’s der Himmel…

Tag 14.

Seit einem Dreivierteljahr beginne ich den Tag mit einer kalten Dusche. Spaß macht es keinen, aber es tut gut, den Tag mit einem Erfolgserlebnis zu starten. Danach kann man ein, zwei Bäume ausreissen.

In der Wüste gibt’s die Luxusvariante: Die Poolheizung funktioniert nicht. Gebirgsbach ist es keiner, aber kalt auf alle Fälle.

Gesund soll es auch sein.

immer•noch aus•zeit

Tag 13.

Byebye Boise. Hello Borrego Springs. Via San Francisco.

Little J freundet sich mit anderen Kindern in der Play Area des Flughafens an. Very High Tech. Aber ohne Moos nix los.  In diesem Fall ohne Strom. Da verliert der Tornado Simulator gleich seinen Zweck…

No school like old school. Eine Rutsche oder eine Schaukel würde schon reichen.

Aber Kinder sind schon spitze. Die klettern auf den Tornado Simulator und ärgern sich nicht über das Erlebnis, das sie verpassen…

Tag 12. 

Es fällt mir nicht leicht nicht zu arbeiten. Einerseits weil ich gerne arbeite, andererseits weil ich ein hohes Bedürfnis nach Sicherheit habe und in meiner Arbeit Kontinuität wichtig ist, um Momentum zu behalten.

Oder ist es das?

Kann man/ich weg sein, Dinge ruhen lassen.

Die Welt scheint nein zu sagen. Ein großer, lauter Teil der Welt scheint Nein zu sagen.

Ein anderer Teil sagt Ja.

Ein Teil meiner KeyNote Performance ist über Vertrauen. Vertrauen darauf, dass passiert, was passieren muss.

Ich zweifle immer wieder daran, ob das eine Botschaft ist, der ich auf einer Bühne Platz geben kann.

Und vertraue immer wieder darauf, dass es Platz verdient.

So wie mein Vertrauen jetzt, dass ich auch mal nicht arbeiten brauche.

Nur wenn ich es will.

7 Uhr morgens in Boise, ID. Eine wundervolle Kombination aus alten Menschen und Beastie Boys. 

Tag 11.

Breakfast mit meiner Schwägerin. Samantha Zipporah ist Expertin (u.a.) für „Vertility Awareness“. 

Ich erzähle ihr von meiner Arbeit zur Versuchskultur – eine Kultur in der man gerne Dinge ausprobiert und Fehlversuche  willkommen sind. 

Sie erklärt mir die Parallelen zum Uterus: ca. die Hälfte aller befruchteten Eizellen sind Versuche, die nicht zu einem Kind führen. Der Körper lebt die Versuchskultur, trauert um die, die scheitern.
Ich wusste nicht, dass die Anzahl so hoch ist und so viele Menschen diese Erfahrung machen.
Es ist “normal”, doch zusätzlich zur Trauer fühlen viele Frauen ein persönliches Versagen, weil sie sich allein fühlen, so erzählt sie mir.
Gut dass sie ihre Arbeit macht und die Welt mit ihrem Wissen erleuchtet. Heute war die Welt mein kleines Hirn.

Klein im Verhältnis zur Welt. Durchschnittlich groß im Verhältnis zu anderen Menschen. Damit das klar ist.
Ich hab ein ganz normales Hirn. Mit Gedanken und allem.
So einzigartig wie jedes andere Hirn auch, also völlig normal in seiner Einzigartigkeit. Sad face.

Tag 10.

Bei meiner Arbeit habe ich mit vielen verschiedenen Menschen zu tun. Ein Klient erzählte mir von seiner Arbeit mit einem Olympioniken, der sich folgendes Ziel gesetzt hatte: In 4 Jahren Gold gewinnen. (Hat er dann auch. Erfolg scheint vieles zu rechtfertigen…)

Er hat die vier Jahre in Tagen gedacht: 1461 Stück. Jeden Tag fragte er sich: Was kann ich heute tun, um mein Ziel zu erreichen.

Manchmal kann man heute nix tun, aber oft kann man was tun.

Was kann ich heute tun.

Tag 9.

Heute verbringe ich den Morgen mit diesem Fragenkatalog. Es geht um Geld. Kohle. Schotter. Etwas, das nicht stinkt, und über das man nicht redet. #mindblowing

Tag 8.

Tage sollten immer mit guten Nachrichten beginnen. Das Spiel ist im Radiokulturhaus!! 27.03.2020

https://radiokulturhaus.orf.at/artikel/666976/Das-Spiel

Praise the Lord.

Sollten Tage immer mit guten Nachrichten beginnen? Sie sollten auf alle Fälle beginnen.

Irgendwann bin ich im super Zen-Modus und kann sagen: Tage beginnen oder sie beginnen nicht. Alles hat seinen Platz.

Bis dahin freu ich mich, wenn sie mit guten Nachrichten beginnen und ärgere mich, wenn sie mit schlechten Nachrichten beginnen.
#MakeYourOwnZen

aus•zeit

Tag 7.

Nachtrag Tag 5: Öffentlicher Verkehr in LA:

(Travel Town)

Tag 6.

Wir verlassen LA und fliegen nach Boise (Idaho, im Norden an der Westküste).

Es ist kalt und ich sauge diese eigenartige amerikanische Kultur auf. Meist als Kaffee. Im Kaffeehaus. Und ich schau. Wie ein Österreicher halt oft schaut.

Dieses weite Land mit den riesengroßen Kühlschränken. Mit der Offenheit, Oberflächlichkeit, Herzlichkeit, Verrücktheit (im besten und im klinischen Sinn) – wir sind einander so ähnlich und doch so anders.

Wow. Ich springe in den Abgrund voll in die Binsenweisheiten. I’ll be back.

Tag 5.

Wir gehen zum (jüdischen) Friedhof und besuchen S.s Großeltern. Eine Großmutter war bekannt für ihre Abneigung gegenüber allem deutschen. Sie weigerte sich sogar in ein deutsches Auto zu steigen.

Und doch hieß sie mich, diesen österreichischen Ex-Katholiken, herzlich willkommen in ihrer Familie und nahm mich wie einen Enkel auf (“my first grandson” – sie hatte nur Enkelinnen).

Mein Großvater wurde im letzten Kriegsjahr als 17 Jähriger noch eingezogen. Als er vor 5 Jahren starb, ließ sie drei Bäume für ihn in Israel pflanzen.

Ich nehm sie als Erinnerung daran, Menschen wieder aus den Schubladen rauszulassen, in die ich sie gesteckt habe. Manchmal funktioniert es.

Tag 4.

Ich weiß nicht, ob ich in LA leben könnte. Ich bin gerne in London zu Besuch, bin aber froh, dass wir nicht mehr dort leben. Hier geht’s mir ähnlich. Gut zum Batterien aufladen und Perspektiven zu erweitern, aber der Verkehr würde mich in den Wahnsinn treiben.

Tag 3.

Wir besuchen S.s Onkel in seinem Studio.

Er ist in den späten 70ern nach New York gegangen und malt seine Bilder. Er hat ein unglaubliches Gespür. Es tut gut ihn und seine Arbeit zu sehen. Er hat ein riesengroßes Atelier, eine Handvoll Menschen arbeiten für ihn.

Little J malt mit ihm.

PS. Ich such ein Atelier in Wien und bin auf der Suche nach meiner/m ersten Angestellten.

aus•zeit

Tag 2.

Um 02:15 Uhr bin ich wach und trotzdem schaffe ich es nicht zum CrossFit um 5:30. Ich beginne den Tag mit Gwyneth Paltrow’s Show auf Netflix. Ich liebe und hasse diese Show, einerseits gefällt mir, dass sie diese schrägen Dinge in den Mainstream holt – sehr gefallen mir diese verbindenden Erfahrungen für ihr Team – die Einseitigkeit der Episoden stört mich auch nicht.

Und trotzdem stimmt irgend etwas nicht. Der Hochglanz, die Glätte setzt mich auf eine Achterbahn, die zwischen Inspiration und Ugh pendelt. Einfach anschauen.

CrossFit.

Ich hab ein bisschen Angst davor… ich bin gestern reingestolpert und der Kerl saß da, durchtrainiert und ohne T-shirt. Military training Blabla.

CrossFit wollte ich schon immer mal probieren, aber die Propaganda darum ist mir suspekt. Warum bin ich oft so kritisch?

Morgen vielleicht.

Wir liegen schon wieder im Park. Seele baumeln lassen. Tut schon gut. Aber dafür um die halbe Welt fliegen ist a bissl dekadent.

Ab ins Yoga. Raus aus der Kritik und völlig eintauchen. Einfach mal richtig dabei sein. Ohne aber. Fast ohne.

Tag 1.

Der Jetlag verwirrt mich. Ich wache um 01:15 Uhr auf. S. und Little J. Um 02:00 bzw. 03:30 Uhr.

Wir verbringen die ersten Tage in Santa Monica, der erste Tag beginnt mit einem fast kitschigen Sonnenaufgang, wir gehen zum Strand und dann frühstücken, alles ein Steinwurf von unserer Unterkunft entfernt.

Dieses Land ist so anders als Österreich, diese Stadt so anders als Wien. Es tut gut an einem anderen Ort zu sein und auch ein bisschen anders sein zu können.

Tag 0.

Es geht los. Von Meidling nach Malibu. Eigentlich von Rudolfsheim nach Santa Monica. Aber die beiden M klingen besser… 45 Minuten nach München, 11.35h nach Los Angeles.

Zum Abschied sehen wir noch den Kickl beim Security Check in Wien. Er darf durch… sein Anblick macht’s mir leicht Österreich zu verlassen, das Wissen, dass der Lauser zur Zeit wenig(er) anstellen kann, lässt mich gern wieder zurück kommen. Aber erstmal nach München und dann weiter.

Das US-Flughafenpersonal empfängt uns mit Mundschutz und Gummihandschuhen, S. und J. müssen trotz ihrer US Pässe mit mir bei den Ausländern anstehen. Und das tun wir dann unter der riesigen US-Flagge. Welcome home. Darauf freut sich S., mich freut es auch. Es fühlt auch ein bisschen nach Heimat an.

Was für ein Land.

Der iranische Taxifahrer meinte, er würde sofort zu seinem Sohn in Düsseldorf ziehen. “Die Amerikaner haben keine Klasse… Sorry.”

Der irakische Taxifahrer (don’t ask), sagt es ist dass beste Land der Welt.

Und was sagt S., die Amerikanerin? Wie die meisten Expats sieht sie ihre Heimat sowohl kritisch als auch romantisch verklärt.

Tag -1.

Little J ist krank. Der Zirkus fällt aus und meine Show wird verschoben. Dann kann ich noch dran feilen…

Ich gönn mir noch einen letzten Kaffee im Brass Monkey.

Ein Monat weg sein. Ich freu mich sehr. Ich arbeite an einer neuen Show.

Tag -2.

Im Kindergarten gibt’s Zirkus. Zum normalen Zirkus gibt’s im Fasching extra Zirkus. Die Leiterin klopft mich weich und ich erkläre mich bereit eine Zaubershow für die Kinder zu machen. Viel klopfen muss sie nicht.

Meine letzte und erste Kindershow fand vor über 20 Jahren statt. Es macht mir Spaß alte Sachen auszugraben und überhaupt keinen Druck zu haben.

Ich habe keine Ahnung wie man eine Kinderzaubershow macht. Aber fehlende Ahnungen haben mich selten daran gehindert etwas zu versuchen.

Tag – 3.

Im Jänner hat’s gekracht. Das neue Jahr hat mit einer Auftragsflutwelle begonnen und die Aussicht auf eine 4 wöchige Auszeit hat diese Flut zu einer Welle gemacht, auf der ich (meist) gut gesurft bin.

In 3 Tagen geht’s los. Ich darf Artist in Residence sein. War ich schon lange nicht mehr. Was heißt es? Diesmal heißt es, dass ich mir Zeit nehmen kann für die Dinge, die im Arbeitsalltag zu kurz kommen. Ich arbeite konzentriert an meiner Keynote Performance, sammle Material für meine neue Show UND tu konzentriert NIX. Schau was passiert. Bewusst nix tun. Und dann das bewusst tun, was getan wird.

2020

Das neue Jahr beginnt mit einer Lust am Schreiben. Eigentlich sollte ich andere Sachen machen. Admin. Emails. Treffen vorbereiten. Projekte konkretisieren. Angebote schreiben.

Jetzt schreib ich zum Spaß.

2019 war richtig gut. Es lief wie Sau. Ich hab mir ein hohes Ziel gesteckt und das noch mal übertroffen.

Und der Schwung fließt ins neue Jahr über. Der Bär steppt und ich freue mich einfach. Ich tue meine Arbeit sehr gern. Und mehr von etwas zu tun, das man sehr gern tut, das tut gut.

Ich freue mich, dass es schwingt, denn es wird auch mal wieder nicht schwingen. Und dann wieder schwingen.

Meine Liedempfehlung für 2020 ist Richie Havens. here comes the sun. Kann man auch gerne im Loop hören. Bis nicht nur der Bär steppt, sondern man selbst auch. Ohohohoh… ich stepp schon. Tschüss!

 

 

 

Versuchskultur #2

Schadenfreude als Wort gibt es im Englischen nicht. Sie sagen auch Schadenfreude. Mit englischem Akzent. So wie wir cool und sexy sagen, sagen sie: Schadenfreude is not cool man. Or sexy.

Nicht dass sie das Gefühl nicht kennen. Ich würde sagen, Schadenfreude ist ein zutiefst menschliches Gefühl. Allerdings habe ich die Vermutung, dass wir dieses Gefühl so gut kennen, dass sich einer dachte: Höchste Zeit, dass wir ein Wort dafür finden.
FälltJemandAufsMaulFreueIchMich ? Zu deutsch.
HautsJemandenAufDiePappnFreit’sMi? Zu österreichisch.

Ok, dann sagen wir Schadenfreude.
Genau! Fucking Schadenfreude. That’s it Kameraden.

Und lasst uns, wenn wir schon dabei sind ein System aufbauen, dass die bestraft, die die meisten Fehler machen. Und die, die weniger machen, können sich freuen.

Und so zogen sie aus und taten es. Und Gott sah, dass es idiotisch war. Aber sie dachte sich: Lass ich sie mal machen. Was kann schon schiefgehen.

Meine schönste Schulerinnerung. Als ich 11 oder 12 Jahre alt war, mussten wir in Englisch einen Aufsatz schreiben.
Bedingung I: Möglichst viele (alle?) irregulären Verben aus einer Liste verwenden.
Bedingung II: Die Geschichte muss nicht unbedingt Sinn ergeben und Fehler werden nicht gezählt.

Ich kann mich noch vage an den Aufsatz  von vor 25 Jahren erinnern. Ich kann mich noch genau an die Freude beim Schreiben erinnern.
Freude gemischt mit Unverständnis: Ich kann alles schreiben? Fehler werden nicht gezählt? Geht das?

Es war wunderschön.

Dicke Bretter – dünne Bretter

Mein Coach meinte einmal:
Wenn ich die Wahl habe, säge ich das Brett lieber an der dünnen Stelle durch und nicht an der dicken.

Klingt logisch. Ist oft nicht so einfach.

Manchmal habe ich das Gefühl, ich muss das Auto aus dem Schlamm schieben – und schiebe und schiebe, aber es geht nix weiter. Und ich ärgere mich, dass es so mühsam ist.
Bis ich draufkomme, dass die Handbremse noch angezogen ist.

Manchmal ist es gut mit dem Sägen und dem Schieben aufzuhören und zu fragen:
Säge ich an der dünnen Stelle?
Ist die Handbremse noch angezogen? Ja? Dann löse ich mal zuerst die Handbremse.

Ist leicht, aber oft nicht einfach.

Denn wie so oft, wissen wir es ja, vergessen es aber immer wieder.

#pausemachen #abstandnehmen

Wir Sind Wien.

Am 1. Juni spiel ich in der Virgilkapelle. Vorne in der Mitte vor dem Brunnen. Was für ein Raum. Man kommt rein und will nur mal den Mund halten. Still sein.
Es sollte mehr solcher Räume geben.

Ich arbeite an einer Kurzfassung vom Fest für das Wir Sind Wien Festival. Mein Mitstreiter ist Klaus Huhle. Er wurde mir von einem Freund als Regisseur empfohlen. Ich wählte seine Nummer und ein junger sympathischer Deutscher antwortete. Wir haben uns gut verstanden und gleich was ausgemacht. Daraufhin hab ich ihn mal gegoogelt.

Kommt heraus, dass er sympathisch und deutsch ist (ich beneide ihn um seine Aussprache…) und Träger des Stella Preises ist. So schaut er aus.Um ehrlich zu sein, hatte ich ein ganz anderes Bild nach unserem Telefonat. Ich nenne ihn den Einstein unter den Regisseuren. Denn er schaut nicht nur so aus.
Die Arbeit ist für uns beide knochenhart. Sie macht viel Spaß, aber ich komm danach raus und fühl mich durchgekaut. So durchgekaut, dass ich nur ein Vorherbild ins Netz stellen will.Der Einstein unter den Illusionisten. Sympathisch, aber kaum einer versteht ihn wirklich. (Die Übung mit dem Korken steht an.)

Unsere Arbeit erinnert mich viel an dieses Buch.Den Autor habe ich vor 4 Wochen kennengelernt, das Buch ist fantastisch. Aber das ist eine andere Geschichte und die soll ein andermal erzählt werden.