Ein Abend voller Wunder.

Illusionist, Mentalist und Ex-Wunderknabe Oberlohr lädt auf seine Work in Progress Spielwiese ein: An 5 Abenden mischt er Brandneues mit Ur-altem auf der Suche nach dem Wunder, das einem die Socken auszieht. Im übertragenen Sinne. Im Marmorsaal vom Luftschloss bleiben die Socken an. Ausnahmslos.
Soviel wird verraten: Gedanken werden gelesen.

“An diesem Abend will ich mich gut unterhalten. Ich zeige Dinge, die ich sehr gern zeige und Dinge, die ich noch nie gezeigt habe. Es wird leicht. Und unernst. Und nicht Kinder-unfreundlich.”

20:00 Uhr Luftschloss am Cobenzl
14. Juni | 19. Juli | 30. August | 20. September

Veranstaltung findet im Rahmen des Spritzwein Donnerstag (gebührenpflichtig!) statt. Eintritt zum wundervollen Abend ist dann aber frei.

Spenden sind möglich und unterstützen die NGO Sezonieri, Rundum (Werkstatt für Entschleunigung des Urbanen Raums) und die neue Produktion Das Fest.

Nachtrag. Der erste wundervolle Abend ist getan. Es geht weiter. Diesmal mit einem spannenden neuen Element. Arbeitstitel: I Believe.
Was macht Glaube (un)möglich?

Wie entsteht Neues. Über die Galerie Die Schöne.

Im Film Lincoln wird die Abschaffung der Sklaverei diskutiert. Ein Mann (alt, wohlhabend, kein Sklave) findet die Idee lächerlich und sagt: „Angenommen wir schaffen die Sklaverei ab – was kommt als nächstes: Das Frauenwahlrecht?“
Die Abschaffung der Sklaverei war für ihn eine dumme Idee, aber immerhin vorstellbar, das Frauenwahlrecht jedoch völlig absurd. So sehr ich über diese Vorstellung lachen kann, ich bin mir bewusst, dass ich ähnlich beschränkte Ansichten habe. Vielleicht nicht über Sklaven oder Frauen, aber…
Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht, was diese sind. Meine Ansichten fühlen sich nicht beschränkt an. Aber ich weiß, dass sie es sind und in spätestens 170 Jahren lächerlich sein werden. Über die Grenzen des eigenen Denkens kann man nur schwer hinausdenken.

In der Zwischenzeit kann ich abschreiben. Ich schau mich um, in allen möglichen Sparten in der Hoffnung, dass ich etwas finde, das mir den Teppich unter den Füßen wegzieht – das mir Alltägliches in einem völlig neuen Licht zeigt. Wenn ich genug Material gefunden habe, wird abgeschrieben. In meiner letzten Show u.a. bei Gary Kurtz, Pema Chödrön, David Fincher und Henry Moore. Mit dem Ziel, dass sie ihre eigenen Arbeiten nicht wiedererkennen und ich anderen Menschen den Teppich unter den Füßen wegziehe.

Das Wichtigste aber ist ein Ort, der mir erlaubt Dinge auszuprobieren, der mich ermutigt über das sogenannte „tried and tested“ hinauszugehen zu dem Unversuchten, ohne Zwang, dass es funktionieren muss. In dieser Welt muss ohnehin viel zu viel immer funktionieren.
Im besten Fall findet man einen schönen Ort, der einen sein lässt. In meinem Fall eine schöne Galerie.

Auch in meiner neuen Show werden verschiedene Konzepte kombiniert. Ob mit Erfolg, wird sich noch zeigen. Im besten Fall schaue ich auf meine letzte Show zurück und lache über meine beschränkte Perspektive, oder freue mich darüber, dass meine Sklaven endlich frei sind und meine innere Frau nun wählen darf.

Für alle, die gern ein Rezept haben:

There are two secrets for doing something new.
1. Start

2. Don’t stop“
Charlie Gillingham

small talk

“Sucht euch etwas aus in dieser Welt, das euch stört; etwas, das ihr gerne ändern möchtet.
Findet eine Lösung dafür. Die Lösung muss nicht praktikabel, realistisch oder überhaupt möglich sein. Aber es muss eine Lösung sein.”

Junge Menschen haben einen großen Vorteil. Sie sind noch nicht zu sehr an diese Welt gewöhnt. Sie stoßen sich an vielem, das wir hinnehmen, an das wir uns angepasst haben.
In meinem Workshop arbeiten wir an solchen Themen. Die Teilnehmer schauen sich die Welt an und werden aktiv. Some choose to sit and watch. Not us.
Sich nicht von Unmöglichkeiten aufhalten zu lassen, sondern das Undenkbare zu wagen.

SMALL TALK?

Einer Gruppe junger Menschen ist small talk ganz zu wider. Ihre Lösung ist, sich ganz auf das Gegenüber einzulassen und ehrlich und dabei einfühlsam zu sein. Nicht unmöglich, aber manchmal scheint’s undenkbar.

Das probiere ich gleich mal aus:

In meinem Geburtsort spreche ich gleich mit 2 Menschen, die ich eigentlich gerne vermieden hätte. Holy f*ck. Wir plaudern BIG.
Es geht.
Beflügelt von meinem Erfolg beginne ich am nächsten Tag ein Gespräch mit einem Wildfremden im Zug nach Wien.
Wir plaudern even BIGGER. Erzählen einander Dinge und kennen nicht einmal unsere Vornamen.

Wer hätte gedacht, dass ein Theaterworkshop soviel bewegen kann.
Jetzt reicht’s aber auch wieder. Eigentlich bin ich ein Stiller. Rede eher nix als small.

Das Un Denk Bare Tun

Workshop Zeit. Ich arbeite im Sommersemester immer wieder mit jungen Menschen, spiele mit ihnen Theater. Wir nehmen uns Zeit für die wichtigen Fragen des Lebens: Die Fragen dieser jungen Menschen und ihre Antworten.

Sie überraschen sich und mich.

Es ist gut, wenn man sich überraschen lässt.

Ich bin überrascht ergo lebe ich noch.
Zugegeben ein recht breiter Ansatz.

Fragen wie:

What would you do, if you knew you couldn’t fail?
Na, was wär’ das?

Und: Wenn du nicht ein Leben hättest, sondern fünf Leben: Was würdest du in diesen fünf machen?

Meine Top 5 ändern sich ständig.

  • Tischler

  • Mönch

  • Schriftsteller

  • Philosoph

  • Ryan Adams (ohne die mood swings)

Coventry

Ich spiele im Moment mehr in England als in Österreich, so auch beim Shop Front Festival in Coventry:

“Welcome to Coventry. Coventry was the most heavily bombed city in the second world war.”
Ist das die übliche Begrüßung? Oder nur ein special welcome für einen Ösi?Subtext: Deine Vorfahren bombardierten meine Vorfahren. Wer weiß.

Das Festival ist sehr schön. Coventry war/ist eine Industriestadt. Industrie hat wenig für Spaß übrig, wie es scheint: Die Stadt ist grau in grau. Selbst der Himmel passt sich an.

Umso schöner ist dieses Festival. Die Straßen sind belebt, man hört die Menschen lachen, tangled feet – eine meiner Lieblingsgruppen – klärt uns auf humorvolle Art über den Bankencrash auf – und darüber, dass sich nix geändert hat.

Die Coventrianer sind ein herzliches Volk.

Glaube

Ich lese Artikel über 95k€ Investitionen von öffentlichen Geldern in Energie-Schutz-Kreise. Ich lese Artikel über steigende Kirchenaustritte.

Den Glauben kriegt man nicht unter.

Erinnert mich an das hier:

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Das Fest. 2nd draft.

We did it. You may wonder why we?

It’s just me on stage, but there is a team of wonderful people that I’m working with. Opening an interactive piece is always nerve wracking – even though I have an idea of how people might act and re-act, you never know for sure.

I had some wonderful and some strange and some wonderfully strange people celebrating with me. Now after this first run, we go back to the drawing board and start working again. Exploring new avenues further.

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sezonieri

Ute Bocks Lichtermeer am Heldinnenplatz in Wien am 2.2.2018.

In den letzten Jahren war ich damit beschäftigt in Wien anzukommen und Vater zu werden/sein. In diesem Jahr ist es höchste Zeit den Blick nach außen zu werfen und einen kleinen Beitrag für andere zu leisten.

Die Lecture Performance Feldforschung. Eine magere Ausbeute hat mich aufmerksam gemacht auf die horrenden Bedingungen unter denen ausländische SaisonarbeiterInnen in Österreich arbeiten müssen.
Unmenschliche Arbeitszeiten, unwürdige Entlohnung, unvorstellbare Behausungen. Ihre Unkenntnis des österreichischen Systems wird ebenso ausgenützt wie ihre Unkenntnis der deutschen Sprache.
Die Täter sind immer Opfer der eigenen Gier, aber manchmal auch Opfer anderer Umstände. So eindeutig ist es leider oft nicht.
Doch klar ist, dass die Behandlung ungerecht ist und die Betroffenen keine Stimme haben. Daher will ich ihnen auch meine Stimme leihen.

Als ehemaliger Ausländer weiß ich, was es heißt fremd zu sein und dem (guten) Willen anderer ausgeliefert zu sein, in einem System, das man nicht kennt. Ich hab Großzügigkeit und Gier erlebt.

Als Ex-Theologe bin ich überzeugt, dass der Wert einer Gesellschaft darin liegt, wie sehr sie sich um die kümmert, die durchs Netz fallen. Weiters glaube ich, dass man gegen Unrecht aufstehen kann ohne die Täter zu dämonisieren oder ihnen ihre Menschlichkeit abzusprechen.

Als Vater will ich meinem Sohn eine gute, oder zumindest bessere Welt hinterlassen. In der Hoffnung, dass mein Beitrag kein Tropfen auf den heißen Stein ist.

Daher unterstütze ich 2018 die Aktion sezonieri.

Day five.

We talk about sets. Wild and crazy or reduced and simple. The heart says wild and crazy.
The lack of funding says reduced and simple.

But the heart wants what the heart wants. Let’s see what we can do.

We’ve been visited by Sigmund Freud today. Will he make it into the show? We shall see.

It’s the end of the material schlacht as we know it. And the beginning of composition.

We have three months. Don’t panic.